Der Zweite „Unkenkurs“ war ein voller Erfolg!

Der Zweite „Unkenkurs“ war ein voller Erfolg!

Innerhalb von zwei Wochen war der Kurs zur Gelbbauchunken-Betreuung ausgebucht! Wir hatten die Zahl der Teilnehmenden erhöht, damit möglichst Viele sich in Sachen Gelbbauchunken-Betreuung schulen lassen konnten. Denn nicht nur die Menschen aus dem eigentlichen Projektgebiet sollten von dem mit Theorie und Praxis gut gefüllten Tag profitieren. So kam ein bunter Strauß an Wissensdurstigen u. a. aus Naturschutzverbänden, Unteren Naturschutzbehörden, Naturschutzwacht und auch Privatpersonen. Am Samstag, dem 29. Juni, nahmen sie sich Zeit für die Gelbbauchunke.

Erst Theorie…

Projektmanagerin Judith Jabs-Ingenhaag gab den 29 Teilnehmenden einen Überblick über das laufende Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“. Vom Amphibienexperten Dr. Andreas Zahn (Bund Naturschutz) erfuhren dann alle Umfassendes zur Biologie und Ökologie von Gelbbauchunke, Wechselkröte und Kreuzkröte sowie dazu, wie man ihre Lebensräume schützt, erhält und gestaltet. Dazu hatte er einige lebendige Anschauungsobjekte mitgebracht: Kaulquappen und ausgewachsene Tiere! Für den Blick über den Tellerrand stellte Projektmitarbeiter Dirk Alfermann dann vor, wie man in Projekten andernorts Gelbbauchunken schützt.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen die Praxis…

Verschiedene Unkenlebensräume wurden besichtigt. Beim ersten fragten sich die drei Esel, die zur Beweidung der Fläche eingesetzt werden, wahrscheinlich, was die ganzen Menschen da ins Gewässer starren?! In der Kiesgrube wurden verschiedene Möglichkeiten zur Anlage von temporären Kleinstgewässern und zur anschließenden Pflege der Flächen gezeigt, hier eben mittels Esel. Höhepunkt war die Besichtigung eines Klärbeckens, das die Wechselkröte, die auf der Roten Liste von Bayern geführt wird, in unbeschreiblichem Ausmaß als Laichgewässer nutzt. Dabei wurde deutlich, welchen ungeahnten Wert solche oft als „Wunden in der Natur“ kritisierten Abbaustellen als Sekundärlebensräume für Arten wie Gelbbauchunke, Wechselkröte und Kreuzkröte tatsächlich besitzen.

Kinderstube Duschwanne

Danach ging es in einen der letzten größeren Primärlebensräume des Landkreises, ins Priesenthal bei Mehring. Der sonst trockene Giesgraben hatte sich hier durch Starkregen in eine riesige Wasserfläche verwandelt. Zusätzlich führt der Grundeigentümer dort verschiedene einfache, kleine Maßnahmen zur Unterstützung der Unken durch: zur Schaffung kleiner Gewässer vergräbt er u.a. alte Dusch- und Badewannen! Das Ergebnis zeigt, dass es funktioniert: in einer Duschwanne konnten mindestens sechs adulte Tiere gezählt werden sowie zahlreiche Kaulquappen der Gelbbauchunke.

Im Laufe des ganzen Tages wurden praktische Fragen behandelt, wie die Teilnehmenden ganz konkret in ihren Wirkungsbereichen erfolgreich um die Bestände der Gelbbauchunke kümmern können. Die kurze Prüfung zum Schluss half, das neue Wissen zu festigen, und so gingen alle mit einem guten Gefühl und voller Tatendrang nach Hause.

Eine solche Schulung zur Gelbbauchunken-Betreuung wird auch am 25. Juli 2020 stattfinden, dann in Neuburg an der Donau.

Selbst „Unkenbetreuer“ werden

Das Projekt möchte auch in den Folgejahren „Unkenbetreuer“ ausbilden, damit die noch vorkommenden Bestände der Gelbbauchunke gesichert werden können. Das bedeutet, dass jedes Jahr dafür gesorgt wird, dass geeignete Laichgewässer vorhanden sind. Dazu wird im Rahmend des Projektes der Kontakt mit Eigentümern von Unkenlebensräumen aufgenommen. Sind diese bereit, eine Beratung anzunehmen, sollen die Unkenbetreuer dabei helfen, dass eine regelmäßige Neuanlage oder Wiederherstellung von Laichgewässern erfolgt.

Aufgaben der Unkenbetreuer:

  • Begehung des Unkenlebensraum im Frühjahr: Sind Laichgewässer in ausreichender Zahl vorhanden?
  • Bei Bedarf Kontaktaufnahme mit dem Grundeigentümer: Kann er Gewässer (z.B. Fahrspuren) selber anlegen oder duldet er die Anlage von Kleingewässern?
  • Bei Bedarf Kontaktaufnahme mit der Naturschutzbehörde und/oder dem Projektmanagement (Finanzierung der Gewässeranlage) und Betreuung der Arbeiten (Baggerführer erklären, was zu tun ist)
  • Gelegentliche Begehungen im Sommer, um festzustellen, ob sich die Unken auch fortpflanzen, damit der Erfolg der Maßnahmen überprüft werden kann.