Praxistag in Mühldorf & Altötting

Praxistag in Mühldorf & Altötting

An einem sommerlich warmen Nachmittag im Mai trafen sich über 20 interessierte Naturschützer aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting am Bahnhof in Ampfing. Sie waren dem Aufruf „Unkenpaten gesucht!“ gefolgt und wollten nun Gelbbauchunken und deren Lebensraum „live“ erleben.

Nach einer Begrüßung durch die Projektkoordinatorin Dr. Miriam Hansbauer und durch den frisch ins Amt gehobene Projektmitarbeiter Dirk Alfermann, hatte Dr. Andreas Zahn das Wort, der als Amphibienexperte hier im Landkreis Mühldorf quasi sein Heimspiel hatte.

In Fahrgemeinschaften ging es zur Kiesgrube in Heldenstein. Dieses Gebiet hatte der Bund Naturschutz gekauft und bereits in ein wahres Amphibienparadies umgewandelt. Sowohl natürliche Materialien und „Werkzeuge“, wie Lehm und Weidetiere kommen hier zum Einsatz, wie auch künstliche Materialien und Maschienen, wie Teichfolie und Bagger. Durch die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten haben Laubfrosch, Gelbbauchunke & Co. Immer eine Möglichkeit zum Ablaichen. „Diese Dynamik in der Landschaft mit immer ausreichend Wasser ermöglicht den Amphibien das Überleben“, so erläuterte Andreas Zahn. „Trotzdem gibt es immer wieder Überraschungen, dass das eine oder andere der für uns Menschen optimal erscheinenden Gewässer von den Tieren nicht angenommen wird“.

Obwohl das Wetter umgeschlagen hatte und ein kalter Wind die Bäume in der Umgebung schwanken ließ, waren die Unkenschützer hochmotiviert, sich von Andreas Zahn Kaulquappen von Laubfrosch und Unke zeigen zu lassen. Er war ungeachtet der kühlen Wassertemperaturen barfuß ins Wasser gestiegen und hatte diverse Larven herausgefischt.

Das angekündigte –tropisch anmutende – Gewitter blieb leider nicht aus und zwang die Gruppe, im Ampfinger Hof Zuflucht zu suchen. Dort ergaben sich rege Diskussionen über Möglichkeiten und Herausforderungen beim Unkenschutz. Viele Fragen zum Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ sowie zu den Tieren und deren Ansprüche konnten umfassen beantwortet werden, und auch die Adressen für eine Kontaktliste wurden gesammelt.

Und plötzlich waren Gewitter und Regen vorbei. Und so beschlossen die werdenden Unkenpaten, die Exkursion in der Dämmerung fortzusetzen. Es ging zur Langrieger-Kiesgrube, einer noch aktiven Kiesgrube. Das Licht reichte noch aus, dass Andreas Zahn die Probleme mit der Sukzession von Unkenlaichgewässern demonstrieren und die Strukturen erläutern konnte, die einen guten Unken-Landlebensraum ausmachten.

Als es fast völlig dunkel war, durften die Teilnehmer der Exkursion noch einem wunderschönen Konzert beiwohnen. Am Rand des Beckens, in dem das Kieswaschwasser gesammelt wurde, hockten etwa 20 Unken und gaben ihre berühmten Unkenrufe zum Besten. Im Schein der Taschenlampe konnten auch einige schwimmende Exemplare genau angeschaut werden.
Ein überzeugender Abschluss, um sich für eine Patenschaft dieser faszinierenden Tiere zu entscheiden!