Glückwunsch den ersten frischgebackenen Unkenbetreuern!

Glückwunsch den ersten frischgebackenen Unkenbetreuern!

„23 neue Unkenschützer – das ist ein toller Erfolg!“ stellte die Projektkoordinatorin Dr. Miriam Hansbauer am Ende des ersten Ausbildungslehrgangs zum „Unkenbetreuer“ fest. Der Kurs hatte in Kooperation mit der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) am Samstag in Ampfing (MÜ) erstmalig stattgefunden.

Die 23 ambitionierten Ehrenamtler, die sich den ganzen Samstag – trotz abendlichem WM-Spiel – Zeit genommen hatten, waren aus ganz Bayern in den Projektlandkreis Mühldorf angereist, um sich für den Schutz dieser Tierart zu engagieren.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die Projektmanagerin Dr. Miriam Hansbauer moderierte Hannes Krauss als Vertreter der ANL die Veranstaltung und sorgte so für einen reibungslosen Ablauf.

Amphiebenexperte Dr. Andreas Zahn erläuterte in mehreren Vortragseinheiten die zentralen Inhalte zu Biologie und Schutz der Gelbbauchunke. Zusätzlich ging er auf die Wechsel- und die Kreuzkröte ein, denn diese beiden Arten haben vergleichbare Ansprüche an ihren Lebensraum wie die Gelbbauchunke. Im Dialog mit den Teilnehmern arbeitete er weitere Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der drei streng geschützten Amphibienarten heraus.

Um zu zeigen, was im Unkenschutz alles möglich ist und worauf man achten muss, stellte Dirk Alfermann, der für das Projektmanagement in den drei östlichen Projektlandkreise zuständig ist, ein paar erfolgreiche Gelbbauchunkenschutzprojekte in ganz Deutschland vor.

Nachmittags ging es auf Exkursion nach draußen und Dr. Andreas Zahn führte die Teilnehmer zuerst zur BN- Kiesgrube in Heldenstein. Neben vielen anderen hochwertigen Naturschutzmaßnahmen konnten die Unkenbetreuer in spe auch den neuen Unkentümpel begutachten, der vergangenen Herbst durch das Unkenprojekt finanziert worden war. Mindestens zwei Gelbbauchunken fühlen sich dort schon wohl!

Die zweite Station war die Langrieger-Kiesgrube, ein noch aktives Kieswerk. Dass sich auch dieser Lebensraum nach wie vor bestens für die Unke eignet, bewiesen der Laich und die relativ großen Kaulquappen, die dort zu finden waren.

Mit diesem Wissen bestens ausgerüstet, nahmen alle TeilnehmerInnen an der Abschlussprüfung teil – und bestanden auch. Dr. Miriam Hansbauer konnte im Anschluss allen zum „geprüften Unkenbetreuer“ gratulieren und hofft nun auf aktiven Unkenschutz auch weit über das Projektgebiet hinaus.

Selbst „Unkenbetreuer“ werden

Das Projekt möchte auch in den Folgejahren „Unkenbetreuer“ ausbilden, damit die noch vorkommenden Bestände der Gelbbauchunke gesichert werden können. Das bedeutet, dass jedes Jahr dafür gesorgt wird, dass geeignete Laichgewässer vorhanden sind. Dazu wird im Rahmend des Projektes der Kontakt mit Eigentümern von Unkenlebensräumen aufgenommen. Sind diese bereit, eine Beratung anzunehmen, sollen die Unkenbetreuer dabei helfen, dass eine regelmäßige Neuanlage oder Wiederherstellung von Laichgewässern erfolgt.

Aufgaben der Unkenbetreuer:

  • Begehung des Unkenlebensraum im Frühjahr: Sind Laichgewässer in ausreichender Zahl vorhanden?
  • Bei Bedarf Kontaktaufnahme mit dem Grundeigentümer: Kann er Gewässer (z.B. Fahrspuren) selber anlegen oder duldet er die Anlage von Kleingewässern?
  • Bei Bedarf Kontaktaufnahme mit der Naturschutzbehörde und/oder dem Projektmanagement (Finanzierung der Gewässeranlage) und Betreuung der Arbeiten (Baggerführer erklären, was zu tun ist)
  • Gelegentliche Begehungen im Sommer, um festzustellen, ob sich die Unken auch fortpflanzen, damit der Erfolg der Maßnahmen überprüft werden kann.