Gelbbauchunken-Praxistag in Pfaffenhofen

Gelbbauchunken-Praxistag in Pfaffenhofen

„Wie kann es sein, dass Gelbbauchunken überhaupt gefährdet sind?“ Dieser Frage wollten 18 ambitionierten Amphibienschützer aus dem Landkreis Pfaffenhofen am 9. Mai 2017 genauer auf den Grund gehen. Und vor allem wollten sie lernen, wie sie am besten eine Patenschaft für die Gelbbauchunke im Landkreis Pfaffenhofen übernehmen können.

Nach der Begrüßung und Einführung der BN-Kreisgruppenvorsitzenden Christine Janicher-Buska, bei der sie verdeutlichte, dass es jetzt dringend an der Zeit ist, etwas für den kleinen Froschlurch zu tun, ging es in Fahrgemeinschaften in den Wald.

Der erste Stopp war das Grundstück des verstorbenen Herrn Netzer, der seinerzeit liebevoll und engagiert dafür gesorgt hatte, dass die Gelbbauchunken auf seinem großen Grund optimalen Lebensraum vorfanden. Frau Kuhwald berichtete eindrücklich davon, wie sie ihm in seinen letzten Lebensjahren noch geholfen hatte, die verschiedenen Biotope in Schuss zu halten. Heute wuchert der Garten immer weiter zu und bietet für Gelbbauchunken schon lange keine Heimat mehr.

Der lokale Amphibienexperte Volker Riehm stellte der Gruppe die Gelbbauchunke vor und erläuterte die eingangs gestellte Frage nach der Gefährdung, während die zweite Amphibienspezialistin Angela Grau ein paar ihrer Schützlinge, die sie in ihrem Garten sicher über den Winter gebracht hatte, in durchsichtigen Gefäßen herumgehen ließ. Die gelben Bäuche waren dadurch eindeutig und eindrucksvoll zu sehen.

Bei der nächsten Station im Wald erläuterte Angela Grau eine neu angelegte Biotopanlage und betonte, dass Gelbbauchunken immer die ersten sein wollen. Frische, neu entstandene Gewässer sind optimal, aber sobald andere Bewohner – wie Molche oder größere Wasserinsekten – dazu kommen, fühlt sich die Unke nicht mehr wohl. Als Unkenschützer hat man also zwei Möglichkeiten: entweder jedes Jahr eine ausreichende Menge neuer Tümpel zu baggern oder vorhandene Tümpel durch gezieltes Biotopmanagement immer wieder in ein frühes Sukzessionsstadium zurückzuversetzen.

Am letzten Exkursionspunkt konnten die zukünftigen Unken-Paten besonders gut sehen, dass die Zusammenarbeit von Naturschutz und Forst gelingen kann. Jakob Kürzinger hatte als Revierförster beim AELF Pfaffenhofen bereits etliche Unkengewässer angelegt. Sein Nachfolger Christoph Zanklmaier, der ebenfalls bei der Exkursion dabei war, will diese Form der Maßnahmen in seinem Revier gerne weiterführen.

Nun gilt es, im Landkreis unkenfreundliche Habitate zu fördern und v.a. auch herauszufinden, wo sich noch Vorkommen der Gelbbauchunke befinden. Das sind die ersten Schritte, die die Unkenpaten unternehmen müssen, um den Schutz der Gelbbauchunke voran zu bringen.

Text und Fotos: Dr. Miriam Hansbauer

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